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Erwerb, Größe und Lage
Der Ankauf der Flächen wurde ab 1979 im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens durchgeführt und umfasste zunächst bis einschließlich 1983 eine Fläche von 3,57 ha. Ein kleinerer Erweiterungskauf brachte 1997 einen Flächenzugewinn von 0,22 ha. Die Flächen liegen in der Gemarkung Rettenbach (MTB 6940/2) und sind durch eine Wirtschaftswiese getrennt in einen Ostteil mit im Süden angrenzendem Gehölz entlang einer Böschung (1,74 ha) und einen Westteil, in den ein kleines Waldtälchen einmündet, das als letzte Fläche 1997 angekauft werden konnte (2,05 ha).
Schutzstatus
Geschützter Landschaftsbestandteil seit 23.01.1997, Fläche nach Art. 13d BayNatSchG.
Geologie und Landschaft
Die Flächen befinden sich im Naturraum Falkensteiner Vorwald, der von Gneis und Granit geprägt ist. Der feuchte Talgrund (Binklbach) selbst wurde im Wörth-Falkensteiner Gneiszug angelegt und im Quartär mit Talfüllungen überdeckt. Wegen der aufliegenden Pleistozänlehme wird der Wasserabzug behindert. Je nach Durchnässungs- bzw. Durchsickerungsgrad werden Pseudogley-Braunerden, Pseudogleye, bis hin zu Nass- und Anmoorgleyen ausgebildet.
Flora und Vegetation
 Der Ostteil ist floristisch gesehen der reichhaltigere Bereich. Er wird von einer feuchten Ausbildung des Juncetum filiformis mit seltenen Arten wie Trifolium spadiceum, Arnica montana, Crepis mollis, Dactylorhiza majalis, Pedicularis sylvatica und Phyteuma nigrum bedeckt. Ein kleines Zwischenmoor stellt den Höhepunkt der Fläche dar und enthält als Kostbarkeiten Lysimachia thyrsiflora, Stellaria palustris, Oxycoccus palustris, Carex chordorrhiza, Carex limosa und Carex diandra. Das Zwischenmoor geht an seinem Rand in ein Niedermoor über. Der Westteil wird, soweit nicht verbuscht oder bewaldet, von bodensauren Pfeifengras-Brachwiesen beherrscht, in denen der Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) zu seiner Blütezeit aspektbestimmend ist. Im Westteil ist ein große Bulten (Höhe von 60 cm !) bildender Bestand von Polytrichum commune erwähnenswert. JAHN (1989) beschreibt die Pflanzengesellschaften, führt umfangreiche Artenlisten von Gefäßpflanzen und Moosen sowie Aufstellungen gefundener Pilze und Flechten. Zwei Vegetationskarten stellen die Vegetationseinheiten im Ostteil und Westteil dar. Die kleine Zukauffläche von 1997 (Waldtälchen im Westteil) ist floristisch noch nicht erfasst worden.
Pflegemaßnahmen
Die Moorwiesen waren lange Zeit brach gelegen bzw. nur sehr sporadisch und in Teilen gepflegt. Besonders betrifft dies das Westgrundstück (510): 1992 erfolgte eine Erstpflege unter Finanzierung der Regierung der Oberpfalz. Erst im Herbst 1997 erfolgte unter Leitung unseres Schutzgebietsbeauftragten Martin Scheuerer mit zahlreichen Freiwilligen eine erneute Pflegemaßnahme auf diesem Grundstück, die ebenfalls von der Regierung der Oberpfalz finanziert wurde. 1999 und 2000 wurde vom Schutzgebietsbeauftragten mit Helfern weitere Pflegemahden zusammen mit der Familie Zollner auf dem Westgrundstück durchgeführt.
Seit 01.01.2001 hat die Regensburgische Botanische Gesellschaft ihre Binklbach-Moorwiesen-Grundstücke an Josef Zollner verpachtet, der auf diesen Flächen gemäß Vertragsnaturschutzprogramm ein spätsommerliche Pflegemahd durchführt. Die Gesellschaft unterstützt ihn hierbei durch eine jährliche, zusätzliche Aufwandsentschädigung. Kleinere Arbeiten, wie beispielsweise die Frühjahrsmahd von Schilf, die Räumung des Grabens in der Ostfläche und die Auflichtung des Gehölzes an der Böschung im Süden des Ostgrundstücks werden i. d. R. von Wolfgang Ahlmer und Martin Scheuerer durchgeführt.
Gefährdung
Die stärksten zu einer Schädigung führenden Eingriffe geschahen während des Flurbereinigungsverfahrens, im Zuge dessen allerdings auch die Flächen in den Besitz der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft übergingen und somit auch für den Naturschutz gesichert werden konnten. Hierbei wurde die zwischen dem Ost- und Westgrundstück gelegene ehemalige Sumpfwiese drainiert und der Wasserabfluss durch Vertiefung eines Grabens im Ostgrundstück erhöht. Dies geschah, ohne die Gesellschaft vorher zu informieren, mit einem Bagger, der durch das zu schützende Zwischenmoor gefahren wurde. Der Aushub wurde zunächst auf das Moor geworfen. Auf Veranlassung der Höheren Naturschutzbehörde wurde der Aushub zwar vom Moor entfernt, allerdings musste hierfür der Bagger nochmals in das empfindliche Moor gefahren werden. Durch die dadurch bewirkte Störung, die abgesehen von der direkten mechanischen Schädigung durch den Bagger und den Aushub sich besonders über die Grundwasserabsenkung ergab, ist die seltene Segge Carex dioica seitdem erloschen und blieben von Carex chordorrhiza und Oxycoccus palustris nur kümmerliche Reste übrig. Weniger empfindliche Seggen des Zwischenmoores wie Carex limosa und Carex diandra konnten den Eingriff in stark verminderter Dichte überleben. Störungen haben sich auch durch nicht sachgerechte Pflegemaßnahmen in früherer Zeit ergeben. Der damit beauftragte Landwirt war mit schwerer Maschine auch in die sehr nassen und nicht belastbaren Teile des Moores eingefahren und hatte dadurch Löcher und tiefe Fahrspuren erzeugt.
Literatur
Drabafelsen

Schutzfelsen

Sippenauer Moor

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