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Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands − vergriffen
 Die Regensburgische Botanische Gesellschaft bringt das Lebenswerk von Dr. Ludwig Meinunger und Frau Wiebke Schröder heraus. In den Jahren 2003 bis 2007 wurde an der "Zentralstelle für die Floristische Kartierung Bayerns" unter der Leitung von Dr. Oliver Dürhammer mit zahlreichen Studenten daran gearbeitet, die über 1.000 handgezeichneten Deutschlandkarten in eine Datenbank zu verwandeln. Heute sind wir in der Lage, druckfähige Abbildungen für den Atlas zu produzieren. Herr Dr. Meinunger schrieb in der Zwischenzeit die Texte, die gesetzt und mit ausgewählten Fotos montiert wurden.
In dem dreibändigen Standardwerk der Moose Deutschlands liefern die Autoren zu jeder der 1159 im Gebiet vorkommenden Moosarten eine kurze Beschreibung zu Morphologie, Standortansprüchen, Soziologie, Verbreitung im Gebiet mit wichtigen Literaturhinweisen, sowie eine regionalisierte Gefährdungseinschätzung. Am Ende jedes Bandes ist für jede Art eine ganzseitige, farbige Verbreitungskarte abgedruckt, die im Quadrantenraster den Ist-Zustand (Angaben seit 1980) und die historischen Angaben (vor 1980) in zwei Kategorien (mit und ohne Beleg) darstellt. Die Bücher sind mit 164 teilweise farbigen Fotos und Zeichnungen illustriert. Bei der Auswahl der Bilder wurde Wert darauf gelegt, dass die Arten nicht in anderen gängigen Floren abgebildet sind. Zehn Fotografen lieferten Fotos für den Atlas. Die meisten Bilder stammen von Michael Lüth und dem Herausgeber. Die Bestimmungsschlüssel zu einigen schwierigen Gattungen werden viel Aufmerksamkeit erregen.
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Text- und Kartenbeispiel
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Jürgen Klotz Institut für Botanik 93040 Regensburg
Hinweis: Das Gesamtwerk ist mittlerweile vergriffen. Lediglich Band 3 ist noch verfügbar (20 € Restpostenpreis).
Auszug aus Band 1
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23. Marchantia polymorpha L.
 Die Art wird bei Koperski et al. (2000) und Sauer in Nebel & Philippi (2005) in zwei Subspecies zerlegt: Marchantia polymorpha subsp. polymorpha entspricht danach der forma aquatica Nees in der älteren Literatur. Marchantia polymorpha subsp. ruderalis Bischl & Boisselier, die jetzt bei Damsholt (2002) als Marchantia latifolia Gray bezeichnet wird, entspricht den Pflanzen, die im Gebiet in der Vergangenheit Marchantia polymorpha genannt wurden. Warncke (1968) hält "Marchantia aquatica (Nees) Burgeff" nur für eine Form von M. polymorpha ohne Artwert. Eine klare morphologische Trennung beider Formen scheint im Gebiet oft nicht möglich zu sein, wie dies auch Sauer in Nebel & Philippi (2005) betont. Auch im Verbreitungsbild sind keine Unterschiede erkennbar. Wir fassen daher beide Formen bzw. Subspezies hier in einer Karte zusammen.
Grüne, bei guter Entwicklung bis 10 cm lange und 1,5 cm breite, auffällige Thalli, an trockeneren Stellen immer reichlich mit kreisrunden Brutbechern. Gut entwickelte Pflanzen sind heute im Gebiet selten, meist findet man sterile, kleine Thallusfragmente, die sich durch Brutkörper vermehren. An feuchten bis nassen, nährstoff- und stickstoffreichen Standorten, heute oft an Ruderalstellen, auf Brandstellen, in Pflasterritzen und an Wegrändern in urbanen Bereichen sowie auf nassen Maisäckern. Oft an stärker verschmutzten Fließgewässern, dagegen in Nasswiesen und Niedermooren heute selten.
Kennart der Ordnung Funarietalia hygrometricae mit den Begleitern Funaria hygrometrica, Ceratodon purpureus, Bryum argenteum, in nassen Bereichen Brachythecium rivulare, Rhynchostegium riparioides, Hygrohypnum ochraceum. In Bächen gilt die Art als Verschmutzungszeiger: Baumann & Stetzka (1999). Soziologische Angaben bei Neumayr (1971); Hertel (1974); Marstaller (1989 a); Ahrens (1992); Nebel & Philippi (2005).
Verbreitung im Gebiet: Durch das ganze Gebiet, von der Küste bis in die Alpen verbreitet, aber nicht (mehr) überall häufig. Die Art dürfte sich, wenn man genügend lange und genau in menschlichen Siedlungsbereichen sucht, in fast allen Messtischblättern nachweisen lassen. Bei routinemäßigen Kartierungsarbeiten werden solche Stellen oft nicht erfasst, daher das recht inhomogene Kartenbild.
Bestand und Gefährdung: Die Art ist durch das ganze Gebiet verbreitet. Selbst Kümmerpflanzen vermehren sich rasch durch Bruchsprosse und Brutkörper. Im Gebiet ungefährdet.
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Buchbesprechungen
Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 45/1: 2008, S. 39:
... Die herausragende Leistung von Herrn Dr. L. Meinunger und Frau W. Schröder, aber auch das hohe Engagement von Dr. O. Dürhammer bei der Herausgabe der Bände, kann wohl nur richtig wertschätzen, wer sich bereits an einem ähnlich umfassenden Projekt versucht hat ... Es wird aus den Bücherregalen aller Bryologen und darüber hinaus auch vieler Ökologen, Naturschützer und Landschaftsplaner nicht mehr wegzudenken sein und stellt auch eine wesentliche Hilfe bei der Umsetzeng der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie in Deutschland dar. (W. Westhus)
Kieler Notizen zur Pflanzenkunde 35: 2007, S. 127 f:
Endlich ist das lange erwartete "Lebenswerk" von Ludwig Meinunger und Wiebke Schröder erschienen: dreizehn Zentimeter nehmen die drei voluminösen Hardcover-Bände zur Moosflora Deutschlands im Regal ein. Damit ist den beiden Autoren zusammen mit den meisten Bryologen Deutschlands gelungen, erstmals für ein artenreiches Taxon einen deutschlandweitern Verbreitungsatlas und dazu noch auf Quadrantenbasis vorzulegen (ein Ende des Wartens auf das noch länger angekündigte Pendant bei den Gefäßpflanzen ist bekanntlich nicht in Sicht). Obwohl die Autoren in verschiedenen Bundesländern auf Daten aus flächendeckenden Kartierungsprojekten zurückgreifen konnten ... haben sie doch die meisten Quadranten Deutschlands in jahrelanger, systematischer Arbeit selbst kartiert. Phänomenal! ... Herzlichen Dank an die Autoren für ihre schier unendliche Arbeit, an Oliver Dürhhammer für die gelungene herausgeberische Umsetzung (einschließlich Datenbankaufbau und -verwaltung) sowie an die Regensburgische Botanische Gesellschaft und eine Reihe von Sponsoren, die uns die Ergebnisse in so küstengünstiger Form zugänglich gemacht haben! (J. Dengler)
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